DoorBird in Synology NAS integrieren
Eine DoorBird Video-Türklingel zeigt nicht nur live, wer vor der Haustür steht. Der Videostream lässt sich auch in eine Synology NAS mit Surveillance Station integrieren. Damit können Aufnahmen lokal auf dem eigenen NAS gespeichert und zusammen mit vorhandenen Überwachungskameras verwaltet werden.
DoorBird und Synology arbeiten dafür offiziell zusammen. Die Einrichtung funktioniert bei aktuellen DoorBird-Türstationen über den externen Videodienst beziehungsweise NVR-Modus. Anschließend wird die DoorBird in der Synology Surveillance Station wie eine Netzwerkkamera eingebunden.
In dieser Anleitung zeige ich Schritt für Schritt, wie du eine DoorBird mit Synology Surveillance Station verbindest, eine dauerhafte oder ereignisabhängige Aufnahme einrichtest und was du tun kannst, wenn kein Bild erscheint.
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Was bringt die DoorBird-Integration in Synology?
DoorBird bietet bereits eine eigene Ereignishistorie. Mit einer Synology NAS bekommst du zusätzlich eine lokale Videoüberwachung mit deutlich mehr Möglichkeiten bei Speicherung, Aufbewahrungsdauer und Auswertung.
- DoorBird-Livebild in Surveillance Station anzeigen
- Video lokal auf der Synology NAS speichern
- kontinuierliche Aufzeichnung einrichten
- Aufzeichnungen nach Zeitplan starten
- Aufnahme beim Klingeln auslösen
- Snapshots bei Ereignissen erstellen
- DoorBird gemeinsam mit anderen Kameras verwalten
- Aufzeichnungen über DS cam abrufen
Gerade wenn bereits eine Synology NAS für Backups, Fotos oder andere Überwachungskameras vorhanden ist, ist die DoorBird-Integration eine sinnvolle Erweiterung.
Welche DoorBird-Modelle werden unterstützt?
Die aktuelle DoorBird-Connect-Anleitung für Synology nennt die Serien D10x, D11x und D21x. Voraussetzung ist außerdem eine Synology NAS beziehungsweise ein Synology NVR mit installierter Surveillance Station.
Bei anderen oder neueren DoorBird-Modellen lohnt sich ein Blick in die aktuelle DoorBird-Connect-Dokumentation, da sich unterstützte Geräte und Funktionen mit Firmware-Updates ändern können.
Das brauchst du für die Einrichtung
- DoorBird IP Video Türstation
- Synology NAS oder Synology NVR
- Synology Surveillance Station
- DoorBird und NAS im gleichen Netzwerk
- DoorBird-Zugangsdaten
- eine freie Surveillance-Station-Gerätelizenz
Synology NAS-Systeme bringen normalerweise bereits Gerätelizenzen für Surveillance Station mit. Sind alle vorhandenen Lizenzen belegt, muss für eine zusätzliche Kamera eine weitere Lizenz hinzugefügt werden.
Schritt 1: IP-Adresse der DoorBird herausfinden
Für die Einbindung benötigt die Surveillance Station die lokale IP-Adresse der DoorBird.
Die Adresse findest du beispielsweise in der Geräteübersicht deines Routers. Bei einer FRITZ!Box findest du sie unter Heimnetz → Netzwerk.
Alternativ stellt DoorBird einen eigenen Online-Check bereit, über den sich auch die lokale IP-Adresse der Türstation ermitteln lässt.
Für einen dauerhaften Betrieb würde ich der DoorBird im Router anschließend immer dieselbe IPv4-Adresse zuweisen. Ändert sich die IP später, verliert Surveillance Station sonst möglicherweise die Verbindung.
Schritt 2: Externen Videodienst NVR aktivieren
Bevor Synology auf den Videostream zugreifen kann, muss die Funktion in der DoorBird-App aktiviert werden.
- DoorBird-App öffnen.
- Einstellungen aufrufen.
- Administration öffnen.
- Mit den Administrator-Zugangsdaten anmelden.
- Zum Bereich DoorBird Connect wechseln.
- Externer Videodienst (NVR) aktivieren.
Direkt darunter gibt es bei unterstützten Modellen die Einstellung NVR Substream. DoorBird bietet hier unter anderem H.264 beziehungsweise MJPEG an.
Für Surveillance Station würde ich zunächst H.264 verwenden. Das Format bietet eine gute Bildqualität bei überschaubarem Speicherbedarf.
Schritt 3: Surveillance Station öffnen
Öffne jetzt die Weboberfläche deiner Synology NAS und starte Surveillance Station.
Wechsle anschließend zu IP-Kamera und wähle Hinzufügen. Surveillance Station startet daraufhin den Assistenten zum Einrichten einer neuen Netzwerkkamera.
Schritt 4: DoorBird als ONVIF-Kamera hinzufügen
In der aktuellen DoorBird-Anleitung wird die Türstation über ONVIF eingebunden.
Wähle bei der manuellen Einrichtung folgende Werte:
| Name | z. B. DoorBird Haustür |
| Marke / Typ | ONVIF |
| Modell | Streaming only |
| Kamera-Adresse | lokale IP-Adresse der DoorBird |
| Port | 80 beziehungsweise passend zur Konfiguration |
Klicke anschließend auf Weiter beziehungsweise Authentifizieren.
Schritt 5: DoorBird-Zugangsdaten eintragen
Surveillance Station benötigt jetzt Zugangsdaten für die DoorBird. Trage Benutzername und Passwort des für den Kamerazugriff vorgesehenen DoorBird-Benutzers ein.
Wenn die Verbindung funktioniert, sollte Surveillance Station die Authentifizierung mit einem grünen Haken bestätigen.
Ich würde nach Möglichkeit einen eigenen Benutzer für die Synology-Integration verwenden. Das erleichtert später die Verwaltung und ist sicherer als unnötig weitreichende Zugangsdaten mehrfach zu verwenden.
Schritt 6: Verbindung und Videostream testen
Öffne nach dem Hinzufügen die Einstellungen der neuen Kamera.
Mit Verbindung testen beziehungsweise Test Connection kannst du prüfen, ob Surveillance Station den Videostream erreicht. Zusätzlich steht je nach Version Funktionen laden beziehungsweise Load Capability zur Verfügung.
Erscheint das Livebild, ist der wichtigste Teil der Einrichtung bereits abgeschlossen.
Schritt 7: Aufzeichnung einstellen
Jetzt entscheidest du, wann Surveillance Station den DoorBird-Stream speichern soll.
Grundsätzlich sind mehrere Varianten möglich:
- durchgehende Aufzeichnung
- Aufzeichnung nach Zeitplan
- Aufzeichnung bei einem Ereignis
- Aufzeichnung beim Klingeln
Eine durchgehende Aufzeichnung benötigt deutlich mehr Speicherplatz. Bei einer Türklingel reicht deshalb häufig eine Ereignisaufzeichnung aus.
Wer trotzdem permanent aufzeichnen möchte, kann in Surveillance Station zusätzlich eine Aufbewahrungsdauer oder Speichergrenze definieren. Alte Aufnahmen werden dann automatisch gelöscht.
DoorBird-Aufnahme beim Klingeln starten
Besonders praktisch ist es, eine Aufnahme genau dann zu starten, wenn jemand die Klingeltaste betätigt.
Dafür kann Surveillance Station eine Aktionsregel mit externem Ereignis verwenden. DoorBird ruft beim Klingeln anschließend die von Synology erzeugte HTTP(S)-Adresse auf.
Aktionsregel in Surveillance Station anlegen
- Surveillance Station öffnen.
- Aktionsregel auswählen.
- Neue Regel anlegen.
- Als Ereignis Externes Gerät / Externes Ereignis 1 verwenden.
- Mit Get Command den Aufruf erzeugen.
- Als Aktion die DoorBird-Kamera auswählen.
- Aufzeichnung starten oder Snapshot erstellen.
Die von Synology erzeugte Adresse wird im nächsten Schritt in der DoorBird-App hinterlegt.
HTTP(S)-Aufruf in DoorBird eintragen
Öffne wieder die Administration der DoorBird-App und wechsle zum Bereich HTTP(S) Calls.
Lege dort einen neuen Aufruf an und füge die zuvor von Surveillance Station erzeugte Adresse ein.
DoorBird zeigt in seiner Anleitung beispielsweise einen Aufruf nach diesem Prinzip:
https://NAS-IP:5001/webapi/entry.cgi?api=SYNO.SurveillanceStation.ExternalEvent&method=Trigger&version=1&eventId=1&eventName=Doorbell
Verwende für die tatsächliche Einrichtung den von deiner Surveillance Station erzeugten Befehl. Je nach Synology-Version und Konfiguration können sich Parameter unterscheiden.
Wenn für den Aufruf Synology-Zugangsdaten benötigt werden, würde ich einen eigenen Benutzer mit möglichst wenigen Berechtigungen erstellen. Die DoorBird-Anleitung empfiehlt außerdem HTTPS für die Kommunikation mit dem NAS.
Schritt 8: HTTP-Aufruf mit der Klingeltaste verknüpfen
Damit der Aufruf tatsächlich beim Klingeln ausgeführt wird, muss er noch dem entsprechenden Ereignis zugeordnet werden.
Bei DoorBird-Modellen mit einer Klingeltaste findest du die Einstellung im Zeitplan für die Klingeltaste. Bei Geräten mit zwei Tasten oder Keypad können die Menüpunkte etwas anders aussehen.
Wähle dort den zuvor angelegten HTTP(S)-Aufruf aus und aktiviere ihn für die gewünschten Zeiten. Soll die Aufnahme bei jedem Klingeln gestartet werden, kann der komplette Wochenplan aktiviert werden.
Nach dem Speichern kann es laut DoorBird einige Minuten dauern, bis die geänderte Konfiguration vollständig übernommen wurde.
1080p-Stream bei DoorBird D11 verwenden
Für Geräte der D11-Serie dokumentiert DoorBird zusätzlich die manuelle Einbindung eines 1080p-RTSP-Streams.
Dafür wird die Kamera in Surveillance Station als Benutzerdefiniert angelegt und ein RTSP-Pfad nach folgendem Schema verwendet:
rtsp://BENUTZER:PASSWORT@DOORBIRD-IP:554/mpeg/1080p/media.amp
Der konkrete Benutzername und das Passwort müssen durch deine DoorBird-Zugangsdaten ersetzt werden.
Dieser Pfad ist in der aktuellen DoorBird-Synology-Anleitung ausdrücklich für die D11-Serie dokumentiert. Bei anderen Baureihen sollte der passende Stream-Pfad in der jeweiligen DoorBird-Dokumentation geprüft werden.
DoorBird über PoE betreiben
Wenn am Montageort ein Netzwerkkabel vorhanden ist, würde ich DoorBird nach Möglichkeit über Ethernet und PoE betreiben. Damit laufen Datenverbindung und Stromversorgung über dieselbe Leitung.
Gerade bei einer permanenten Videoübertragung an Surveillance Station ist eine kabelgebundene Netzwerkverbindung meist die angenehmste Lösung.
Wie viel Speicher benötigt DoorBird auf der NAS?
Der tatsächliche Speicherverbrauch hängt von Auflösung, Codec, Bildrate und Aufzeichnungsdauer ab.
Bei einer Türklingel würde ich deshalb normalerweise keine monatelange Daueraufzeichnung konfigurieren. Ereignisbasierte Aufnahmen rund um Klingel- und Bewegungsereignisse sparen erheblich Speicher.
Surveillance Station kann außerdem automatisch alte Aufzeichnungen entfernen, wenn eine festgelegte Aufbewahrungsdauer oder Speichergrenze erreicht wird.
DoorBird wird in Surveillance Station nicht gefunden
Falls die Verbindung nicht funktioniert, würde ich die folgenden Punkte nacheinander prüfen.
- Ist der externe Videodienst (NVR) in DoorBird aktiviert?
- Sind NAS und DoorBird im gleichen Netzwerk erreichbar?
- Stimmt die IP-Adresse der DoorBird?
- Sind Benutzername und Passwort korrekt?
- Blockiert eine Firewall die Verbindung?
- Ist H.264 als NVR-Substream aktiviert?
- Ist Surveillance Station beziehungsweise das Device Pack aktuell?
- Steht eine freie Gerätelizenz zur Verfügung?
Livebild funktioniert, aber es wird nichts aufgezeichnet
Wenn das Livebild sichtbar ist, liegt das Problem normalerweise nicht mehr an der eigentlichen DoorBird-Verbindung.
Prüfe dann die Aufnahmeplanung in Surveillance Station. Bei ereignisbasierten Aufnahmen muss außerdem die Aktionsregel aktiv sein und der HTTP(S)-Aufruf von DoorBird ausgelöst werden.
Für einen ersten Test kann eine kurze kontinuierliche Aufnahme hilfreich sein. Funktioniert diese, kannst du anschließend auf die gewünschte Ereignisregel wechseln.
DoorBird Cloud oder Synology NAS?
DoorBird selbst bietet weiterhin eine eigene Cloud-Historie. Die lokale NAS-Integration ersetzt die DoorBird-Cloud-Funktionen nicht vollständig, erweitert sie aber um eine eigene lokale Videoaufzeichnung.
| DoorBird | Synology Surveillance Station | |
|---|---|---|
| Livebild | ja | ja |
| Ereignishistorie | ja | ja |
| lokaler Speicher | nein | ja |
| eigene Aufbewahrungsdauer | begrenzt | ja |
| Daueraufzeichnung | nein | ja |
| weitere IP-Kameras | nein | ja |
Für mich ist die Kombination interessant: DoorBird-App für Klingeln, Gegensprechen und den mobilen Zugriff, Surveillance Station für die lokale Aufzeichnung und gemeinsame Verwaltung der Kameras.
Sicherheit: NAS nicht direkt ins Internet freigeben
Für die Verbindung zwischen DoorBird und Synology sollte die NAS innerhalb des lokalen Netzwerks erreichbar sein. Eine direkte Portfreigabe der Surveillance Station ins Internet ist für diese Integration nicht notwendig.
DoorBird empfiehlt für den HTTP-Aufruf zum Synology NVR ausdrücklich HTTPS. Zusätzlich sollte ein eigener Benutzer mit möglichst eingeschränkten Rechten verwendet werden, wenn Zugangsdaten für eine Aktionsregel notwendig sind.
Fazit: DoorBird und Synology passen weiterhin gut zusammen
Die Integration einer DoorBird in eine Synology NAS ist auch 2026 eine interessante Möglichkeit, die Video-Türklingel um eine lokale Aufzeichnung zu erweitern.
Die Grundinstallation ist überschaubar: NVR-Funktion in DoorBird aktivieren, Türstation als ONVIF-Kamera in Surveillance Station hinzufügen und die gewünschte Aufzeichnung einstellen.
Richtig interessant wird es mit der Ereignissteuerung. DoorBird kann beim Klingeln einen HTTP(S)-Aufruf an Surveillance Station senden und dadurch automatisch eine Aufnahme oder einen Snapshot auslösen.
Wer ohnehin eine Synology NAS betreibt, bekommt damit eine zentrale Oberfläche für DoorBird und weitere Überwachungskameras und behält die eigentlichen Videoaufzeichnungen im eigenen Netzwerk.
Häufige Fragen zu DoorBird und Synology
Kann DoorBird auf einer Synology NAS aufzeichnen?
Ja. DoorBird unterstützt offiziell die Verbindung mit Synology Surveillance Station. Der Videostream kann dort angezeigt und je nach Konfiguration kontinuierlich, zeitgesteuert oder ereignisbasiert gespeichert werden.
Brauche ich für DoorBird eine Surveillance-Station-Lizenz?
Ja, die DoorBird belegt in Surveillance Station eine Gerätelizenz. Synology NAS-Systeme besitzen standardmäßig bereits vorinstallierte Lizenzen. Wenn diese belegt sind, kann eine zusätzliche Lizenz erforderlich sein.
Kann Surveillance Station nur beim Klingeln aufnehmen?
Ja. Über eine externe Aktionsregel in Surveillance Station und einen HTTP(S)-Aufruf aus DoorBird lässt sich eine Aufnahme gezielt durch ein Klingelereignis starten.
Unterstützt DoorBird RTSP?
Für unterstützte Modelle stellt DoorBird Videostreams für NVR-Systeme bereit. Für die D11-Serie dokumentiert DoorBird beispielsweise einen 1080p-RTSP-Stream, der manuell in Surveillance Station eingebunden werden kann.
Muss die DoorBird Cloud deaktiviert werden?
Nein. Die Synology-Aufzeichnung kann zusätzlich zur normalen DoorBird-Nutzung betrieben werden. DoorBird selbst ist weiterhin als cloudverbundenes System ausgelegt.
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