Video-Türklingel mit Synology NAS: Reolink, DoorBird & Co.
Eine Video-Türklingel mit Synology NAS ist interessant, wenn Aufnahmen dauerhaft im eigenen Netzwerk gespeichert werden sollen. Statt ausschließlich auf die Cloud des Herstellers angewiesen zu sein, kann die Türklingel wie eine normale Überwachungskamera in die Synology Surveillance Station eingebunden werden.
Das funktioniert allerdings nicht mit jeder smarten Türklingel. Besonders gut eignen sich Modelle, die direkt von Synology unterstützt werden oder offene Standards wie ONVIF und RTSP anbieten. Reolink, DoorBird und professionelle IP-Türstationen von Axis gehören deshalb zu den interessanten Kandidaten.
Welche Video-Türklingeln funktionieren mit Synology?
| Modell | Synology | Verbindung | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Reolink Video Doorbell PoE | Direkt unterstützt | Reolink / ONVIF / RTSP | Klingelereignis möglich |
| Reolink Video Doorbell WiFi | Direkt unterstützt | Reolink / ONVIF / RTSP | 5 MP, lokale Aufnahme |
| DoorBird D1101V | Einbindung möglich | RTSP / Netzwerkstream | Türstation mit Relais |
| Axis IP-Türstationen | Sehr gut | ONVIF / RTSP | Professionelle Installation |
| Aqara G410 | über RTSP möglich | RTSP | RTSP nur bei Kabelbetrieb |
Was bringt eine Video-Türklingel am Synology NAS?
Surveillance Station macht aus dem NAS einen eigenen Netzwerkvideorekorder. Die Türklingel erscheint dort zusammen mit anderen Überwachungskameras und kann dauerhaft oder nach bestimmten Ereignissen aufgezeichnet werden.
- Videos lokal auf dem eigenen NAS speichern
- Speicherdauer selbst festlegen
- 24/7-Aufzeichnung bei geeigneten Türklingeln
- Livebild über Surveillance Station ansehen
- Zugriff über die Synology-App DS cam
- mehrere Kameras zentral verwalten
- Aufnahmen automatisch überschreiben lassen
- Abhängigkeit von kostenpflichtigen Cloud-Speichern reduzieren
Synology Surveillance Station unterstützt inzwischen mehr als 20.000 IP-Kameras von rund 200 Marken und zusätzlich den offenen Standard ONVIF. Dadurch lassen sich auch zahlreiche Geräte einbinden, die nicht speziell für Synology entwickelt wurden.
Reolink Video Doorbell mit Synology
Die Reolink Video Doorbell gehört zu den interessantesten Türklingeln für eine Synology NAS. Synology führt sowohl die PoE- als auch die WiFi-Version direkt in seiner Kamera-Kompatibilitätsliste.
Für die Video Doorbell PoE nennt Synology eine maximale Auflösung von 2560 × 1920 Pixeln und zwei Videostreams. Auch die WLAN-Version wird als eigenes Intercom-Gerät unterstützt.
Reolink bietet gleich mehrere Möglichkeiten für die Einrichtung:
- direkt über das Reolink-Protokoll
- über ONVIF
- über einen manuellen RTSP-Stream
Für eine Reolink Video Doorbell würde ich nach Möglichkeit die direkte Reolink-Einbindung wählen. Reolink weist ausdrücklich darauf hin, dass Surveillance Station darüber auch eine Benachrichtigung auslösen kann, wenn jemand den Klingeltaster betätigt.
Reolink Video Doorbell in Surveillance Station hinzufügen
Zuerst sollte die Video Doorbell vollständig eingerichtet und über eine feste beziehungsweise reservierte IP-Adresse im Heimnetz erreichbar sein.
Öffne anschließend auf dem Synology NAS:
Surveillance Station → IP-Kamera → Hinzufügen
Wähle die manuelle Einrichtung und trage die IP-Adresse der Reolink Video Doorbell ein. Als Hersteller wird Reolink ausgewählt. Anschließend werden der lokale Benutzername und das Passwort der Türklingel hinterlegt.
Falls die Verbindung nicht funktioniert, sollten in der Reolink-App beziehungsweise im Reolink Client die benötigten Netzwerkdienste aktiviert werden:
- HTTP beziehungsweise HTTPS
- RTSP
- ONVIF
Reolink verwendet für ONVIF standardmäßig Port 8000. Bei der direkten Reolink-Einbindung wird normalerweise der HTTP-Port verwendet.
ONVIF als Alternative
Alternativ kann die Reolink Doorbell über ONVIF hinzugefügt werden. Surveillance Station sucht dabei nach kompatiblen Geräten im lokalen Netzwerk.
ONVIF ist besonders praktisch, weil dieser herstellerübergreifende Standard auch von vielen anderen IP-Kameras und Türstationen unterstützt wird.
Bei der Reolink Doorbell hat die direkte Reolink-Integration allerdings einen Vorteil: Für den Besucher- beziehungsweise Klingeltaster stehen zusätzliche Möglichkeiten zur Verfügung.
RTSP als dritte Möglichkeit
Kann eine Türklingel nicht direkt oder per ONVIF eingebunden werden, bleibt bei vielen Geräten der RTSP-Stream. Surveillance Station kann solche Netzwerkstreams ebenfalls verarbeiten.
Bei Reolink sieht ein typischer Hauptstream beispielsweise nach folgendem Schema aus:
rtsp://BENUTZER:PASSWORT@IP-ADRESSE:554/Preview_01_main
Benutzername, Passwort und IP-Adresse müssen natürlich durch die Daten der eigenen Türklingel ersetzt werden.
DoorBird mit Synology Surveillance Station
DoorBird ist seit Jahren eine interessante Lösung für Nutzer einer Synology NAS. Anders als typische Consumer-Türklingeln sind viele DoorBird-Geräte als vollständige IP-Türstationen ausgelegt.
Aktuelle Modelle wie die DoorBird D1101V unterstützen unter anderem Ethernet, PoE und RTSP. Dadurch kann der Videostream lokal im Netzwerk weiterverarbeitet werden.
DoorBird eignet sich besonders für Installationen, bei denen neben der Kamera auch Türöffner, Gegensprechen und weitere Funktionen einer klassischen Türsprechanlage benötigt werden.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du auch in unserem Beitrag DoorBird in Synology NAS integrieren.
Axis Türstationen mit Synology
Wer eine professionelle Installation plant, kann sich außerdem IP-Türstationen von Axis ansehen. Geräte wie die AXIS A8207-VE verbinden Kamera, Gegensprechanlage und Zutrittskontrolle.
Solche Geräte besitzen Ethernet und PoE und sind für die Integration in professionelle Videomanagement-Systeme ausgelegt. Synology unterstützt zahlreiche Axis-Geräte und kann darüber je nach Modell deutlich mehr Funktionen bereitstellen als bei einem einfachen RTSP-Stream.
Für ein normales Einfamilienhaus sind solche Lösungen häufig relativ teuer. Bei Mehrfamilienhäusern, Firmengebäuden oder einer umfangreichen Zutrittskontrolle kann der höhere Funktionsumfang interessant sein.
Aqara G410 mit Synology NAS
Auch die Aqara G410 bietet einen lokalen RTSP-Stream. Damit lässt sich das Kamerabild grundsätzlich auch in Systeme einbinden, die einen eigenen RTSP-Stream verarbeiten können.
Bei der G410 gibt es allerdings eine wichtige Einschränkung: RTSP steht nur bei kabelgebundener Stromversorgung zur Verfügung. Im reinen Batteriebetrieb kann die Türklingel daher nicht auf diese Weise dauerhaft als NAS-Kamera verwendet werden.
Was bedeutet ONVIF?
ONVIF ist ein offener Standard für IP-basierte Sicherheitsgeräte. Unterstützen Türklingel und NAS ONVIF, können sich die Geräte leichter miteinander verständigen.
Für eine Video-Türklingel ist ONVIF deshalb ein wichtiges Kaufkriterium, wenn das Gerät später unabhängig von der Hersteller-App mit einem NAS oder NVR betrieben werden soll.
Synology Surveillance Station unterstützt aktuell unter anderem ONVIF Profile S.
ONVIF oder RTSP: Was ist besser?
| ONVIF | RTSP | |
|---|---|---|
| Videostream | Ja | Ja |
| Automatische Erkennung | häufig | Nein |
| Ereignisse | teilweise | meist nicht |
| Einrichtung | komfortabler | manuelle Stream-URL |
| Kompatibilität | gut | sehr weit verbreitet |
Wenn ein Gerät direkt von Synology unterstützt wird, würde ich zuerst diese native Integration nutzen. Danach folgt ONVIF. Ein manueller RTSP-Stream ist vor allem dann sinnvoll, wenn keine bessere Integrationsmöglichkeit vorhanden ist.
Wie viele Synology-Lizenzen brauche ich?
Dieser Punkt wird beim Aufbau einer Videoüberwachung gerne übersehen. Ein normales Synology NAS enthält standardmäßig in der Regel zwei Surveillance-Station-Gerätelizenzen.
Eine normale IP-Kamera oder Video-Türstation benötigt gewöhnlich eine Lizenz. Wer also nur eine Video-Türklingel und eine weitere Überwachungskamera verwendet, kommt bei vielen Synology-NAS-Modellen mit den enthaltenen Lizenzen aus.
Für weitere Kameras können zusätzliche Surveillance Device License Packs erworben werden. Die gekauften Lizenzen sind dauerhaft gültig und müssen nicht jährlich verlängert werden.
24/7 oder nur bei Bewegung aufzeichnen?
Bei einer dauerhaft mit Strom versorgten Video-Türklingel kann das NAS grundsätzlich kontinuierlich aufzeichnen, sofern Kamera und verwendete Integration einen dauerhaften Stream bereitstellen.
Das erzeugt allerdings deutlich mehr Daten als eine ereignisbasierte Aufnahme. Für eine Haustür kann es deshalb sinnvoll sein, nur bei Bewegung, Personenerkennung oder einem Klingelereignis aufzuzeichnen.
Wie viel Speicher benötigt wird, hängt vor allem von Auflösung, Bitrate, Bildrate und Aufzeichnungsdauer ab. Surveillance Station kann alte Aufnahmen automatisch löschen beziehungsweise überschreiben, sobald definierte Speichergrenzen erreicht werden.
Türklingel per PoE am NAS betreiben?
Ein Synology NAS versorgt eine PoE-Türklingel normalerweise nicht direkt mit Strom. Dafür wird ein PoE-Switch oder PoE-Injektor benötigt.
Eine typische Installation sieht so aus:
Video-Türklingel
│
│ Ethernet + PoE
▼
PoE-Switch
│
├──────── Router
│
└──────── Synology NAS
Die Türklingel und das NAS befinden sich damit im selben lokalen Netzwerk. Das eignet sich besonders gut für eine Reolink Video Doorbell PoE oder professionelle IP-Türstationen.
Video-Türklingel mit Synology und Home Assistant kombinieren
Synology und Home Assistant können sich bei einer Video-Türklingel gut ergänzen. Das NAS übernimmt die langfristige Videoaufzeichnung, während Home Assistant für Smart-Home-Automationen genutzt wird.
Bei einer Reolink Doorbell könnte die Aufgabenverteilung beispielsweise so aussehen:
- Synology: Videos aufzeichnen und archivieren
- Home Assistant: Klingeltaster erkennen
- Home Assistant: Push-Nachricht mit Bild senden
- Home Assistant: Licht beim Klingeln einschalten
- Reolink: Personenerkennung und Kameraeinstellungen
Damit muss nicht ein einziges System sämtliche Aufgaben übernehmen.
Welche Video-Türklingel würde ich für Synology wählen?
Für ein typisches Einfamilienhaus ist die Reolink Video Doorbell PoE besonders interessant. Sie wird direkt von Synology unterstützt, kann über Ethernet zuverlässig ins Netzwerk eingebunden werden und bietet zusätzlich ONVIF und RTSP.
Ist kein Netzwerkkabel vorhanden, bietet die Reolink Video Doorbell WiFi ähnliche Möglichkeiten über WLAN und eine separate Stromversorgung.
DoorBird ist interessant, wenn eine vollständige IP-Türstation mit Türöffner und weiteren Gebäudeautomationsfunktionen gewünscht ist. Axis richtet sich stärker an professionelle Installationen.
Datenschutz bei dauerhafter Aufzeichnung beachten
Ein eigener NAS-Speicher bedeutet nicht, dass rund um die Haustür beliebig aufgezeichnet werden darf. Die Kamera sollte so ausgerichtet werden, dass sie grundsätzlich nur den zulässigen Bereich des eigenen Grundstücks erfasst.
Öffentliche Gehwege, Straßen und Nachbargrundstücke sind bei privater Videoüberwachung besonders problematisch. Auch bei einer Video-Türklingel sollten Aufzeichnungsbereich und Speicherdauer deshalb sorgfältig gewählt werden. Je nach Situation können außerdem Informationspflichten bestehen.
Fazit: Synology ist eine starke Alternative zur Hersteller-Cloud
Eine kompatible Video-Türklingel und Synology Surveillance Station ergeben eine flexible Lösung für die lokale Videoaufzeichnung. Besonders komfortabel ist es, wenn die Türklingel direkt in der Synology-Kompatibilitätsliste geführt wird.
Reolink ist hier 2026 besonders interessant: Die Video Doorbell PoE und WiFi werden direkt unterstützt, zusätzlich stehen ONVIF und RTSP zur Verfügung. DoorBird bietet sich für umfangreichere Türsprech- und Gebäudeinstallationen an.
Beim Kauf einer anderen Video-Türklingel würde ich deshalb darauf achten, dass zumindest ein dauerhaft verfügbarer RTSP-Stream vorhanden ist. Noch besser sind ONVIF oder eine direkte Unterstützung durch Surveillance Station.
Häufige Fragen
Kann die Reolink Video Doorbell auf Synology aufzeichnen?
Ja. Sowohl die Reolink Video Doorbell PoE als auch die WiFi-Version werden von Synology Surveillance Station unterstützt. Die Einrichtung kann über das Reolink-Protokoll, ONVIF oder RTSP erfolgen.
Brauche ich für eine Video-Türklingel eine Synology-Lizenz?
Üblicherweise benötigt eine eingebundene IP-Kamera beziehungsweise Türstation eine Surveillance-Station-Gerätelizenz. Normale Synology-NAS-Systeme enthalten standardmäßig meist zwei Lizenzen.
Brauche ich eine Cloud für die NAS-Aufzeichnung?
Bei lokal integrierten Kameras mit RTSP, ONVIF oder direkter Surveillance-Station-Unterstützung kann die eigentliche Videoübertragung und Speicherung im lokalen Netzwerk erfolgen.
Kann Synology erkennen, wenn jemand klingelt?
Das hängt von der verwendeten Türklingel und deren Integration ab. Reolink unterstützt bei der direkten Einbindung in Surveillance Station beispielsweise Besucherbenachrichtigungen beim Drücken des Klingeltasters.
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